Kulinarisk sydfyn – Kulinarischer Markt Svendborg

Seit 2001 findet am letzten vollständigen Juni-Wochenende (zeitgleich mit dem Abschlusswochenende der Kieler Woche) in Svendborg auf Fünen/ Dänemark der größte kulinarische Markt in Skandinavien statt. Ernesto war dieses Jahr erstmals am Samstag vor Ort und trotz Regenschauer begeistert. Der erste Eindruck war irritierend, Bauzäune sperren einen kleinen Platz in der Innenstadt ab. Freundliche Dänen tauschen dann 40 Kronen (knapp 5 Euro) gegen ein Eintrittbändchen. Hinter dem Zugang stehen 4 große Zelte im Rechteck, viele Dänen stehen mit einem Glas Wein oder Bier in der Gegend und sind sehr kommunikativ.
Neben Wein und Bier gibt es Whiskey, Likör und andere alkoholische Getränke zum Probieren und Kaufen. War das alles? Nein, denn am Ende des Platzes geht es erst richtig los. Die halbe Innenstadt ist abgetrennt, laut Veranstalter sind 150 Aussteller und 15.000 Beesucher am Start. Ernesto hat nicht alle nachgezählt, aber viel probiert und gesehen. Salami mit Lakritz, Schokolade, Öl und Essig, opernsingende italienische Köche und deutsche Käseproduzenten mit Verständigungsproblemen. Leider haben die dänischen Slowfood Mitglieder die Möglichkeit nicht genutzt, um Werbung für diesen „Salone del Gusto“ des Nordens zu machen. Wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, hätte Ernesto einen ziemlich perfekten Tag gehabt. So bleibt die Vorfreude auf 2013!

Um die eigene Kamera vor dem Unwetter Wetter zu schonen, hier eine paar offizielle Impressionen.

Dünenhotel Borkum

Ein paar Tage Wind und Meer, Sonne, Strand (Sauna) und Fahrradfahren hatte ich mir gewünscht und bis auf die Sonne hat das Programm funktioniert. Dazu gab es obendrauf eine tolle Unterkunft, das Dünenhotel Borkum. Mitten auf der Insel gelegen, weckte es Erinnerungen: das verfallene Tüskendör-Heim nebenan und den Flughafen, beides kenne ich aus Kindertagen. Das Dünenhotel ist ein vor ein paar Jahren liebevoll renoviertes kleines Hotel mit sehr familiärer Atmosphäre. Mein Einzelzimmer mit schönem großen Balkon war sehr gemütlich, die Tempur-Matratze (!) wusste mein vom Spülsaumwandern geschundener Rücken zu schätzen. Es gab ein erstklassiges Frühstück mit Brötchen vom Inselbäcker, hausgebeiztem Lachs, Eierspeisen auf Wunsch und einer Hauszeitung mit den wichtigsten (und auch relevanten) Urlauberinfos, um nur einige kleine Schlaglichter zu nennen. Es gab für die Hausgäste ein interessant, abwechslungsreich und durchdacht klingendes (und aussehendes) Abendessen mit Hauptgangwahl, dieses habe ich nicht probiert, sondern die sonstige Inselgastronomie angekurbelt. Aber ich habe im Haus mal mittags eine Kleinigkeit von der Mittagskarte probiert und war begeistert und habe im Vorbeigehen auch die tolle Kuchen- und Tortenauswahl für nachmittags bestaunt. Im Dachgeschoss des Hotels gibt es einen Fitness- und Saunabereich. Der ist sehr modern gestaltet und garantiert Entspannung – sogar aus der Sauna hat man einen guten Blick auf den kleinen Borkumer Flughafen und bei guter Sicht bis rüber nach Holland. Als ich zwischen zwei Saunagängen auf der Dachterrasse im Liegesessel saß, konnte ich mehrere Formationssprünge einer Fallschirmspringertruppe aus nächster Nähe beobachten. Es gibt eine Inselbushaltestelle vor dem Hotel, Fahrräder kann man direkt ab Hotel günstig mieten. Zum Strand fährt man mit dem Rad in 5 Minuten und zu Fuß geht man bis in den Ort (Borkum) auf einem gewundenen Pfad durch die Dünen etwa eine Stunde. Das Ausflugsgebiet Ostland schließt sich direkt an den Flughafen an und man ist damit mittendrin und trotzdem fernab vom Saisontrubel.

Das Betreiberehepaar Laufenberg und ihre Mannschaft tragen durch eine Mischung aus Professionalität und entspannter Lockerheit dazu bei, dass man sich richtig wohlfühlt. Kurzum: Empfehlenswert!

Historiker von den US Virgin Islands spricht im Schifffahrtsmuseum

Ernesto kann leider nicht, aber vielleicht nutzt jemand ja die Möglichkeit:

Vortrag über das koloniale Erbe der ehemals dänisch-westindischen Inseln

Sonntag, 5. Juni um 11.30 Uhr im Alter Fährkrog, Schiffbrücke 37, Flensburg

Begleitend zur Rum Regatta präsentiert das Flensburger Schifffahrtsmuseum am Sonntag, den 5. Juni um 11.30 Uhr einen Vortrag von Myron Jackson über das koloniale Erbe der ehemals dänisch-westindischen Inseln. Myron Jackson ist einer der führenden Historiker der heutigen US Virgin Islands. Als Leiter des V.I. State Preservation Office trug er maßgeblich zur Wiederentdeckung, Bewahrung und Restaurierung der Kolonialarchitektur der Inseln bei. Noch heute zeugen die zahlreichen Plantagenanlagen mit den Fabriken, Mühlen, Herrenhäusern und Sklavensiedlungen – häufig nur noch Ruinen überwuchert vom tropischen Wald- sowie die mächtigen Forts und typischen Straßenzüge der Städte von der fast 250 Jahre währenden dänischen Kolonialherrschaft, die 1917 mit dem Verkauf der drei Inseln St. Thomas, St. John und St. Croix an die USA endete. Jackson führt seine Arbeit derzeit als Direktor der Abteilung Umwelt und Planung des V.I. Cultural Institute auf St. Thomas fort. In seinem Vortrag “Our Shared Heritage: Collective Memory and Identity” zeigt er die komplexen sozialen, religiösen und ethnischen Zusammenhänge der dänisch-afrikanisch-kreolischen Kolonialgesellschaft auf, die bis heute den Alltag auf den Inseln prägen. Gleichzeitig gibt der Vortrag einen ersten Ausblick auf die Ausstellung „Dänisch Westindien. Der Bau einer Kolonie“, die das Schifffahrtsmuseum im November dieses Jahres vom Dänischen Nationalmuseum Kopenhagen übernehmen wird und an der u. a. auch Myron Jackson mitgearbeitet hat (Die Ausstellung wird online unter www.denvestindiskearv.dk präsentiert.) Der Vortrag findet im Schauraum des Schifffahrtsmuseums im alten Fährkrog (Schiffbrücke 37) statt und wird auf Englisch gehalten. (Eintritt frei)